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Gewalterleben gehörloser Frauen und Mädchen

Vortrag in Gebärdensprache im Rahmen des Ausstellungsprojektes "Was sehen Sie, Frau Lot?"

Grußwort Dr. Joachim Steinbrück - Foto: Hand zu Hand e.V., JPG, 79.4 KB
Grußwort Dr. Joachim Steinbrück - Foto: Hand zu Hand e.V.

Im November 2011 wurde die Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland" veröffentlicht. Die Studie offenbarte ein erschreckendes Bild: Behinderte Frauen berichten zwei- bis dreimal häufiger von sexueller Gewalt als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt. Im November 2012 veranstaltete das Büro des Landesbehindertenbeauftragten zusammen mit der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) einen ersten Fachtag zu der Problematik.

Im Oktober 2014 wurde das Thema Gewalt an behinderte Mädchen und Frauen im Rahmen der Ausstellung "Was sehen Sie, Frau Lot?" durch den Verein Hand zu Hand e.V. erneut aufgegriffen. In Kooperation mit dem Landesbehindertenbeauftragten und der ZGF wurde der Blick in der Veranstaltung auf gehörlose Mädchen und Frauen gerichtet.

Vortrag Sabine Fries - Foto: Hand zu Hand e.V., jpg, 79.1 KB
Vortrag Sabine Fries - Foto: Hand zu Hand e.V.

Als Referentin konnte Sabine Fries von der Berliner Humboldt Universität gewonnen werden. Sie ist Lehrkraft für besondere Aufgaben im Studiengang Deaf Studies und arbeitete unter anderem an der oben genannten Studie mit. Am Beispiel einer Befragung gehörloser Frauen zeigte die Referentin in ihrem Vortrag auf, in welchem Ausmaß der Personenkreis von Grenzverletzungen und gewaltsamen Übergriffen betroffen ist.

In seinem Grußwort bedankte sich der Landesbehindertenbeauftragte, Dr. Joachim Steinbrück für die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern. Aus seiner Sicht sei es unabdingbar, dass es auch für gehörlose Menschen Beratungsstellen gibt, an welche sie sich in Krisensituationen und bei privaten Sorgen wenden können. Eine psychosoziale Beratung muss aus Sicht des Landesbehindertenbeauftragten auch gehörlosen und hörgeschädigten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur Verfügung stehen.