Sie sind hier:

Projekt "Ortsbesuche"

Austausch zwischen den Bereichen "Migration" und "Behinderung"

Gemeinsam mit SelbstBestimmt Leben (Projektträger) und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. führt der Arbeitsstab des Behindertenbeauftragten seit November 2016 das Projekt "Ortsbesuche" in Bremen durch. Mit den niedrigschwelligen "Ortsbesuchen" soll gegenseitiges Verständnis zwischen den Akteurinnen und Akteuren aus den Bereichen "Migration" und "Behinderung" aufgebaut werden.

Ausgangslage
Behinderte Menschen haben Anspruch auf Erleichterungen, Nachteilsausgleiche, besonderen Schutz und besondere Unterstützung. Außerdem gibt es eine Vielzahl von besonderen Angeboten für behinderte Menschen, seien es Produkte oder Dienstleistungen. Behinderten Menschen und ihren Familien fällt es oft schwer, sich hier zurechtzufinden.

Behinderte Menschen mit Migrationshintergrund - also Menschen, die selbst oder deren Eltern nach Deutschland zugewandert oder hierhin geflüchtet sind - haben besondere Schwierigkeiten einen Zugang zu den hiesigen Angeboten für behinderte Menschen zu finden und ihre besonderen Rechte wahrzunehmen. Erschwerter Zugang besteht – leider – oft auch zu den Beratungsangeboten.

Sprachliche Barrieren sind das eine: dafür gibt es Dolmetscher. Für viele Migrantinnen und Migranten scheint es aber auch sehr wichtig zu sein, dass ihnen ein Beratungs- oder sonstiges Unterstützungsangebot vertrauenswürdig erscheint. Persönliche Begegnung ist hier wichtig, aber auch die Empfehlung durch eine Person, die vertrauenswürdig ist. Zu diesen vertrauenswürdigen Personen gehören oft Menschen, die in Migranten-Selbstorganisationen eine wichtige Rolle spielen. Hier setzt das Projekt an.

Besuche und Gegenbesuche
Interessierten Migranten-Selbstorganisationen werden "Ortsbesuche" angeboten:
Jeweils eine Gruppe von ca. 6 Personen aus einer Selbstorganisation besucht an einem Nachmittag drei Institutionen der Behindertenhilfe. In erster Linie geht es dabei um Beratungsangebote, aber auch um andere wichtige oder beispielhafte Institutionen der Behindertenhilfe. Die Gruppe ist unterwegs mit einem Sammeltaxi, das die Gruppe von Station zu Station und dann wieder zum Ausgangspunkt der Exkursion bringt. Jeder Besuch dauert in der Regel etwa eine Dreiviertelstunde. Welche Institution besucht wird, hängt vom Interesse der jeweiligen Gruppe ab und davon, welche Institutionen gern besucht werden wollen.

"Gefremdelt" wird aber nicht nur von den Migrantinnen und Migranten sondern auch von den Beratungsstellen aus dem Bereich "Behinderung". Deshalb erhalten auch interessierte Stellen aus der dem Bereich "Behinderung" die Gelegenheit, Selbstorganisationen für Migrantinnen und Migranten vor Ort kennenzulernen.

Außer der (Arbeits-)Zeit, die für die Besuche aufgewandt werden muss, sind die Ortsbe-suche für die Teilnehmenden und die besuchten Institutionen nicht mit Kosten verbunden. Die Ausgaben für das Sammeltaxi und für eventuell notwendige Dolmetscher*innen werden vom Projekt getragen, das sich auch um die sonstige Organisation kümmert.

Eindrücke zu den "Ortsbesuchen"

Erfahrungen und Projektziel
Das Konzept ist bereits in Niedersachsen erfolgreich von einem der Kooperationspartner, der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. erprobt worden. Inhaltlich ging es dort allerdings nicht um die Behindertenhilfe sondern um Angebote für pflegebedürftige Menschen. Die Ortsbesuche werden in Niedersachsen fortgeführt.

In Bremen läuft das Projekt seit Ende 2016 und es hat schon eine Reihe von Kontakten mit Vereinen oder anderen Gemeinschaften gegeben, in denen Migrantinnen und Migranten sich organisiert haben. Über die Ortsbesuche sollen des Weiteren persönliche Kontakte zwischen den Organisationen der Migrantinnen und Migranten sowie den Beratungsstellen für behinderte Menschen entstehen. Diese Kontakte – so der Plan – könnten ein wichtiger Baustein für ein Gremium "Migration und Behinderung" sein. Aufgabe eines solchen Zusammenschlusses soll sein, die Zusammenarbeit zwischen Beratungsangeboten für Migrantinnen und Migranten sowie denen für behinderte Menschen besser miteinander zu verzahnen. Abschließendes Ziel ist die Verbesserung des Zugangs für behinderte Menschen mit Migrationshintergrund zu den Leistungen der Behindertenhilfe in Bremen.

Weiteres zum Projekt

Terminübersicht

Bisherige Besuche

  • 01. Dezember 2016 - Übergangswohnheim Arbergen
  • 06. Dezember 2016 - Landesverband Deutscher Sinti und Roma Bremen e. V.
  • 15. Dezember 2016 - Vorstellung des Projekts auf einer Veranstaltung der Diakonie zum Thema "Flucht und Behinderung"
  • 23. Januar 2017 - Zentrum für interkulturelle Studien - ZIS e. V.
  • 06. Februar 2017 - Mütter- und Familienzentrum Huchting e.V
  • 07. Februar 2017 - Verband binationaler Familien und Partnerschaften
  • 23. Februar 2017 - Familienzentrum Mobile
  • 21. März 2017 - Frauengesundheit Tenever
  • 29. März 2017 - Mütterzentrum Vahr
  • 24. April 2017 - Panafrikanischer Verein
  • 26. April 2017 - Jüdische Gemeinde
  • 12. Mai 2017 - Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, Caritasverband Bremen e.V.
  • 31. Mai 2017 - Haus der Zukunft
  • 14. Juni 2017 - Mitarbeiter vom WIN-Projekt "Ankommen im Quartier"
  • 26. Juli 2017 - Mitarbeiter des Projekts "Mehr Wohnungen für Flüchtlinge in Bremen"
  • 28. Juli 2017 - Förderwerk Bremen - Sprinter Programm

Ausstehende Besuche

  • 03. September 2017 - Arabischer Frauenbund

Kooperationspartner gesucht

- Kurzinfo (pdf, 317 KB)
- Information für interessierte Institutionen (pdf, 384.7 KB)

Stadtteile vernetzen sich


Ansprechpartner

Träger des Projekts
SelbstBestimmt Leben
Wilhelm Winkelmeier
Ostertorsteinweg 98
28203 Bremen
0421-704409

Kooperationspartner
Büro des Landesbehindertenbeauftragten
Kai Baumann
Am Markt 20
28195 Bremen
0421-36142161

Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen
Marcus Wächter
Fenskeweg 2
30165 Hannover
0511-38811890