Gestern bekam Dieter Stegmann den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland von Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling im Festsaal im Haus der Bremischen Bürgerschaft für sein jahrzehntelanges Engagement für die Rechte von Menschen mit Behinderung verliehen.
Dieter Stegmann war eine treibende Kraft dafür, dass es seit 2005 das Amt des Beauftragten für die Belange behinderter Menschen im Land Bremen gibt und darüber hinaus hat er das Bremische Behindertengleichstellungsgesetz wesentlich mitgestaltet und geprägt.
Unter seiner maßgeblichen Handschrift ist das Bremer Behindertenparlament zu einer einflussreichen Institution der Interessenvertretung behinderter Menschen in Bremen geworden, den jährlich stattfindenden Protesttag am 5. Mai hat er über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgeprägt.
Besonders hervorzuheben ist sein Engagement für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Land Bremen. Ein besonderes Anliegen war und ist ihm die Errichtung eines Medizinischen Zentrums für Erwachsene mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen in Bremen sowie der Erhalt des Landespflegegeldes. Dabei hatte er stets ein umfassendes, inklusives Verständnis von Behinderung und hat nie nur einzelne Gruppen, sondern die Belange aller behinderten Menschen im Blick gehabt.
Seit vielen Jahrzehnten ist er eines DER Gesichter und eine DER prägenden Stimmen der Bewegung gegen Diskriminierung und für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in Bremen.
Mit der Verleihung des Bundesverdienstordens an ihn wird zugleich das Engagement und die Leistung von Menschen mit Behinderungen für unser Gemeinwesen insgesamt anerkannt und gewürdigt.
Senatorin Dr. Claudia Schilling: "Dieter Stegmann hat sich in außergewöhnlicher Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht. Durch jahrzehntelanges Engagement, durch Beharrlichkeit, durch Kompetenz und vor allem durch eine tiefe innere Überzeugung ist er ein Vorbild und ein Beispiel dafür, dass Teilhabe kein Privileg, sondern ein Recht ist. Außerordentlich kompetent, klar, leidenschaftlich und zugleich immer respektvoll im Ton: Dieter Stegmann kann sich in der Sache durchaus streiten, baut aber zugleich Brücken. Das ist eine Haltung, die nicht selbstverständlich ist und die in politischen Prozessen von unschätzbarem Wert ist.“
Dieter Stegmann, 1953 geboren, selbst mit schweren Behinderungen lebend, begann seinen beruflichen Weg als Diplom-Sozialpädagoge bei conpart Bremen e.V. und gehörte ab 1984 dem LAGS-Vorstand an, von 2008 bis 2020 als Erster Vorsitzender. Auch im Bremer Behindertenparlament setzte sich Stegmann aktiv dafür ein, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern.
Mit seiner Überzeugung, dass der Fokus auf den Möglichkeiten der Menschen und dem Rechtsanspruch auf Teilhabe liegen sollte, gestaltete Dieter Stegmann zentrale Gesetze und Beteiligungsformate maßgeblich mit und engagiert sich auch im Ruhestand weiter in neu geschaffenen oder erweiterten Gremien der Verwaltung. Er trägt dazu bei, Teilhabe in Bremen Schritt für Schritt zu verbessern und umzusetzen. Sein Wirken reicht von der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention über das Bremische Behindertengleichstellungsgesetz bis hin zur konsequenten Neuausrichtung der Eingliederungshilfe im Sinne eines menschenrechtsbasierten Ansatzes.
Vielen Dank vom Landesbehindertenbeauftragten und seinem Team für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit und herzlichen Glückwunsch zur Verleihung des Bundesverdienstordens!