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Psychiatrie anders denken - Eine kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft in Film

Von Oktober 2021 bis Januar 2022 werden wir uns in Kooperation mit der Kritischen Initiative für Vielfalt und Inklusion (KIVI) sowie dem CITY 46, in Anlehnung an vier tolle Filme, mit der Psychiatrie im Land Bremen von gestern, heute und morgen beschäftigen. Neben den Kinofilmen freuen wir uns auf spannende Gesprächspartner:innen. Die Teilnahme ist kostenlos. Endlich wieder Kino, wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

Direkt zum Anmeldeformular zur Veranstaltung.

„Wir sind zwei Verrückte. Zwei Verrückte, oder?“ „Wenn mans genau nimmt, ja.“ – Die Überglücklichen

Das Thema Psychiatrie verschwindet im alltäglichen Leben und im öffentlichen Raum oft in der Peripherie. Es gibt kaum Möglichkeiten sich über individuelle Herausforderungen auszutauschen oder die Verhältnisse, in denen sie zum Tragen kommen und unser Leben beeinflussen, kritisch zu reflektieren.

Was weißt du bspw. über Psychiatrie und psychische Krisen/Krankheiten? Welche Vorstellung hast du davon oder welche Erfahrungen selbst gemacht? Wie sind psychiatrische Strukturen noch immer von der Vergangenheit geprägt und welche Alternativen gibt es bereits, die hier in Bremen überlegt wurden und auch schon umgesetzt sind?

In Kooperation mit dem Büro des Landesbehindertenbeauftragten, der Kivi und dem CITY 46 möchten wir mit unserer Filmreihe etwas entgegensetzen: In Anlehnung an vier Filme, die sich auf ihre eigene Art mit den Themen Psychiatrie und psychischer Krankheit beschäftigen. Wichtig ist uns dabei vor allem auch auf die wahrgenommene, anhaltende Stigmatisierung von psychischen Krankheiten aufmerksam zu machen - und an ihnen zu rütteln.

In den vier Filmen „Vier Könige“, „Einer flog über das Kuckucksnest“, „SPK Komplex“ und „Die Überglücklichen“ werden Psychiatrie und psychische Krankheiten aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Jeder Film wird entweder durch eine kleine Einführung in das Thema oder eine abschließende Diskussion mit Expert*innen, die ihre eigene Perspektive mit uns teilen, gerahmt.

Ihr seid herzlich eingeladen diese Fragen mit uns zu diskutieren und Psychiatrie gemeinsam neu zu denken. Wir freuen uns auf euch!

Filmszene: McMurphy und der Cheif umarmen sich

Land: USA 1975, Regie: Milos Forman, Dauer: 133 Minuten, Jugendfreigabe: FSK 12

Um dem Zuchthaus zu entgehen, lässt sich der vorbestrafte Randall Patrick McMurphy in die Nervenheilanstalt einweisen. Schon bald wird diese für den Simulanten zur Hölle. Die willenlosen Patienten werden mit Medikamenten ruhig gestellt und stehen unter der Aufsicht von Schwester Ratched. McMurphy startet eine Revolte, aber das System schlägt gnadenlos zurück. In dieser düsteren Parabel ist das „Irrenhaus“ ein Synonym für den reglementierungswütigen Staat, der nur angepasstes Verhalten duldet. Gleichzeitig ist der Film ein Plädoyer für die Mündigkeit des Individuums und die Vielfalt des Lebens.

Eingeleitet wird der Film durch einen Vortrag von Gerda Engelbracht (Kulturwissenschaftlerin) zur Geschichte der Psychiatrie.

Filmszene: Ein traurig dreinblickender Mann mit Halbglatze hält ein oranges Buch mit dem Titel SPK

Land: Deutschland 2018, Regie: Gerd Kroske, Dauer: 115 Minuten, Jugendfreigabe: FSK 6

Anfang 1970 gründete der Arzt Wolfgang Huber mit Patienten das „Sozialistische Patientenkollektiv“. Die antipsychiatrisch ausgerichtete Gruppe kritisierte die Behandlung von psychisch Kranken als „Verwahr-Psychiatrie“ – und verknüpfte neue Therapiemethoden mit politischen Forderungen. Mit der Radikalisierung des SPK und unterstellten Verbindungen zur RAF werden Huber und andere Mitstreiter*innen festgenommen. In „SPK Komplex“ erzählt Gerd Kroske über Interviews mit Hubers Weggefährten, Ermittlern und Journalisten sowie unveröffentlichten Aufnahmen und Archivmaterial die weitgehend unbekannte Geschichte des SPK und ihre Folgen bis heute.

Begleitet wird der Film durch Klaus Pramann (Mitinitiator der Blauen Karawane) und Katrin Lange (Senatorin für Gesundheit).

Dieser Film wird mit Untertitel gezeigt. Ebenfalls sind Gebärdendolmetscher:innen vor Ort.

Filmszene: Vier Jugendliche, zwei Mädchen, zwei Jungen

Land: Deutschland 2015, Regie: Theresa Eltz, Dauer: 98 Minuten, Jugendfreigabe: FSK 12

Statt Besinnung am „Fest der Liebe“ sind Fedja, Alex, Timo und Lara mit eskalierenden Familiendramen und anderen Krisen konfrontiert. Da Weihnachten zu Hause für sie keine Alternative ist, verbringen sie die Feiertage in der Jugendpsychiatrie. Auf eine jeweils ganz eigenen Art gehen die vier mit ihren Krisen um. Dr. Wolff steht ihnen dabei zur Seite und macht es sich zur Aufgabe den „vier Königen“ ihren Glauben an sich selbst zurückzugeben. In diesem Drama wird der Inszenierung der kantigen Protagonisten viel Zeit gewidmet, die zum genauen Hinschauen und Hinhören einlädt.

Eingeleitet wird der Film durch einen Vortrag von Dr. med. Marc Dupont (Chefarzt der Kinder- & Jugendpsychiatrie)

Filmszene: Eine glücklich aussehende Frau mit Papiersonnenschirm und eine verschlossen dreinblickende Frau mit Baseballmütze im Garten

Land: Italien/Frankreich 2016, Regie: Paolo Virzi, Dauer: 112 Minuten, Jugendfreigabe: FSK 12

Die pausenlos manisch quasselnde Gräfin Beatrice ist Patientin der alternativen Nervenklinik „Villa Biondi“, in der sie auf die schwer depressive Donatella trifft. Die beiden gegensätzlichen Frauen ergreifen bei der ersten Gelegenheit die Flucht, um Donatellas Sohn zu finden. Auf der abenteu- erlichen Jagd durch Italien, ist ihnen die Staatsgewalt dicht auf den Fersen. In diesem tragikomischen Roadmovie wechseln Momente manischen Übermuts mit traurigen und stillen Augenblicken.

Eingeleitet wird der Film durch einen kurzen Vortrag von ExInler*innen (Genesungsbegleitung) und Katrin Lange.

Anmeldung

Zur Anmeldung füllen Sie bitte das Anmeldeformular zur Veranstaltung aus.

Alternativ können Sie sich auch formlos unter Nennung der Teilnehmerzahl und des gewünschten Filmes unter office@lbb.bremen.de oder per Telefon (0421)–36118181 oder Fax (0421)–49618181 anmelden.

Eintritt

Der Eintritt ist kostenlos.

Veranstaltungsort

CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V.
Birkenstr. 1
28195 Bremen

Barrierefreiheit

Die Veranstaltungen sind barrierefrei zugänglich.
Es gibt Platz für zwei E-Rollstühle.
Eine Induktionsschleife ist im Kinosaal vorhanden.
Es ist keine Audiodeskription für die Filme vorhanden.
Je nach Bedarf werden Untertitel zugeschaltet sowie Gebärden- oder Schriftdolmetscher:innen für die Vorträge bereitstehen.
Bitte teilen Sie uns Ihren Bedarf bei der Anmeldung mit

Corona-Regeln

Bitte beachten sie, dass die Veranstaltung eine 2G-Veranstaltung ist.
D.h. nur Geimpften und Genesene oder nicht-geimpfte Personen mit Attest können teilnehmen.
In Gruppen erscheinende Personen können zusammen sitzen.
Zwischen den Gruppen oder einzeln sitzenden Personen wird jeweils ein Sitz Abstand eingehalten.
Der Abstand zur vorderen und hinteren Reihe ist ausreichend.

Logo kiviAn der Uni Bremen vertreten wir als Kivi die Interessen von Studierenden, die behindert werden. Hier sind wir in hochschulpolitischen Gremien aktiv, bieten individuelle Beratungen an, verwalten Räumlichkeiten für spezielle Bedarfe oder organisieren Veranstaltungen (wie diese tolle Filmreihe), um auch über den Uni Kontext hinaus auf uns aufmerksam zu machen. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, die Diversität nicht bloß als Marketingstrategie begreift, sondern in ihrem Mehrwert wirklich anerkennt und wertschätzt.


Logo city 46Bei uns im CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V. trifft Kino auf Kultur und Kinokultur auf Filmbegeisterte. Hier trifft Leidenschaft für filmische Erzählkunst auf engagierte Programmauswahl. Hier treffen Weltkino und globale Themen auf regionale Kunst- und Kulturereignisse. Hier warten Entdeckungen, Irritationen, Erfahrungen, Begegnungen, Spaß und Zeitreisen. Mit unserem Programm orientieren wir uns auch an den Interessen der Bürger*innen von Bremen. Gemeinsam mit anderen Institutionen und Interessierten gestalten wir Filmabende oder Reihen zu diversen Geschehnissen und Themen in Bremen und umzu.



Logo Landesbehindertenbeauftragter BremenDas Büro des Landesbehindertenbeauftragten gibt es seit 2005. Seit Mai 2020 setzt sich Arne Frankenstein als Landesbehindertenbeauftragter gemeinsam mit seinem Team für gleichwertige Teilhabe behinderter Menschen ein. Beim Beauftragten sind ebenfalls die Schlichtungsstelle sowie die Zentralstelle für barrierefreie Informationstechnik angesiedelt. Die Schlichtungsstelle hat die Aufgabe, Streitigkeiten zwischen behinderten Menschen und öffentlichen Stellen außergerichtlich beizulegen. Aufgabe der Zentralstelle ist die Durchsetzung und Überwachung der digitalen Barrierefreiheit in der Freien Hansestadt Bremen.